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07.10.2013  10:39 Uhr

Kleine Bühne
Prügeleien auf der Kleinen Bühne

Bergneustadt. Das Losemundtheater zeigt die Komödie „Die bessere Hälfte“

So turbulent ging es bisher noch nie bei einer Premiere des Ensembles des Losemundtheaters auf der Kleinen Bühne zu. Da werden Männern mit den Fäusten  blaue Augen verpasst und eine Frau streckt einen Bekannten mit einem Handkantenschlag nieder.

Die Prügelei ist einer der amüsanten Höhepunkte der Komödie „Die bessere Hälfte“ des britischen Dramatikers Alan Ayckbourne, in der drei Ehepaare sich durch unzählige Irrungen und Wirrungen kämpfen müssen. Kurz erzählt: Fiona Foster (Rita Winter) und Bob Phillips (Oliver Gelhausen) haben eine Affäre. Frank Foster (Torsten Bode) und Teresa Phillips (Antje Brensing) dürfen natürlich nichts davon erfahren. Und so wälzen die heimlich Verbandelten ihre Affäre auf das unbescholtene Paar Mary (Andrea Luitjens) und William Featherstone (Manfred Gronewald) ab.

Das Chaos nimmt seinen – in diesem Fall simultan dargestellten – Lauf. Denn das ist der besondere Reiz an diesem Stück, das von Manfred Krajewski und André Rinke inszeniert wurde. Alle sechs Akteure sind auf der Bühne, zwei verschiedene Abende inklusive Abendessen laufen dort parallel ab. Zwei Tische mit drehbaren Stühlen in der Mitte ermöglichen es den Featherstones zeitgleich bei Fosters und Phillips zu Gast zu sein. Das klingt kompliziert, macht dem Publikum aber einen Riesenspaß. Herausragend ist dabei die Leistung des Ensembles, sich in der rund zweieinhalbstündigen Vorstellung nicht in den unterschiedlichen Handlungssträngen zu verwickeln. Die Stichworte sitzen, die Mimik auch und die Zuschauer finden sich mitten im Schlachtgetümmel wieder. Wunderbar ist Antje Brensing, als sie sich in ihre Eifersucht steigert, versucht sie in Alkohol zu ertränken und beginnt, den verhuschten Featherstones schmutzige Witze zu erzählen. Herrlich auch Thorsten Bode, der den naiven Frank Foster mit Wärme und Einfühlungsvermögen spielt. Er versucht, die Dinge zu kitten, aber dank seiner verliebten Blindheit sieht er nicht, was seine Frau so treibt und macht mit seinen Verdächtigungen alles noch schlimmer. Ausgerechnet er ist es, der der Prügelei zum Schluss mit wohlmeinenden Ratschlägen Vorschub gibt. Auch die Wandlung des Mauerblümchens Mary Featherstone, das schließlich einen allerersten Schritt Richtung Emanzipation wagt, arbeitet Luitjens zum Entzücken der weiblichen Zuschauer wunderbar heraus.

Das Ensemble zeigt in „Die bessere Hälfte“ insgesamt eine tolle Leistung. Die Temperamentsausbrüche, die hanebüchenen Ausflüchte und die ständigen Telefonanrufe, durch die nur noch mehr Chaos passiert, sorgen für größte Begeisterung beim Publikum. „Toll!“ ist die einhellige Meinung der Theaterbesucher zum Schluss und noch ein weiterer Satz ist von vielen zu hören: „Was für eine unglaubliche schauspielerische Leistung!“ Tja, und ob das Pärchen auffliegt oder mit der Affäre durchkommt – das sei hier natürlich noch nicht verraten.

Die nächsten Aufführungstermine sind am Sonntag, 29. September um 18 Uhr und dann wieder am Samstag, 12 Oktober um 20 Uhr. Karten kosten 9/6 Euro. Der Spielplan ist auch im Internet ersichtlich. www.losemund.de

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(Redaktion)

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